Vogel des Jahres 2022 ist der Wiedehopf, ein Zugvogel der besonderen Art. In Deutschland gehört er zum Spektakulärsten, was die heimische Vogelwelt zu bieten hat. Die ÖSSM bittet um Meldungen zu Beobachtungen.

Ideale Brutgelege von immenser Bedeutung für die „Hopfe“

Wiedehopfe überwintern in Afrika und kommen im April oder Mai bei uns an. Gern suchen sie während ihres Durchzuges auf Weideflächen des Naturparks Steinhuder Meer nach Grillen, Heuschrecken, Käfern und Raupen. Die Ansprüche an ihren Brutplatz hingegen sind sehr komplex“, so Thomas Brandt, Leiter der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM). Um ihre bis zu sieben Jungvögel großzuziehen, brauchen die Wiedehopfe schon insektenreiche Landschaften und einen geeigneten Nistplatz, der vor Nesträubern sicher ist.

Mit speziellen Brutkästen die Vermehrung fördern

Sie brüten daher selten. „In Niedersachsen wird die Zahl der Brutpaare auf nur etwa 35 Paare geschätzt“, erklärt Thomas Brandt, wissenschaftlicher Leiter der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM e. V.). „Im Betreuungsgebiet der Station, dem östlichen Landkreis Nienburg, der nördlichen Region Hannover und dem Landkreis Schaumburg sind Bruten die große Ausnahme.“ Noch, denn das möchten die Mitarbeiter der ÖSSM ändern. Innerhalb der Gebietskulisse gibt es lokal durchaus Potential für die Großinsektenfresser. Oft seien es geeignete Brutplätze in ansonsten geeigneten Lebensräumen, die den bunten Vögeln fehlen würden. „Und da können wir mit Spezialnistkästen helfen und Ansiedlungen fördern“.

Beobachtungen gerne melden

Hin und wieder werden Wiedehopfe von Mitbürgern beobachtet. Die ÖSSM bittet darum, die Beobachtungen zu melden ([email protected] bzw. Tel. 05037/9670). Dann könne geprüft werden, ob eine Ansiedlung in dem Gebiet aussichtsreich ist oder ob es sich bei dem beobachteten Wiedehopf „nur“ um einen Besucher handelt, der auf dem Weg in sein Brutgebiet eine Rast eingelegt hat, denn Wiedehopfe sind in unseren Breiten äußerst selten.

Die ÖSSM möchte Ansiedlungen mit speziellen Nistkästen fördern. Foto: Thomas Krumenacker