Die Steinhuder Windmühle „Paula“ ist die letzte funktionsfähige Windmühle von einstmals 17 rund ums Steinhuder Meer. „Paula“ ist ein 3-stöckiger Erdholländer mit Windrose und Jalousieflügeln und wurde 1863 erbaut. Der Verein zur Erhaltung der Steinhuder Wiondmühle e.V. hält die Steinhuder Windmühle funktionsfähig und bietet Führungen an.

Windmühle Paula

Fotos von Paula: Windmühle Steinhude

Termine

Von April bis Oktober ist die Windmühle jeden 1. Sonntag im Monat von 14-18 Uhr zu besichtigen und bei mühlenfreundlichem Wetter auch in Betrieb. Zusätzlich gibt es im Sommer (Juni bis September) jeden Mittwoch um 17 Uhr eine Führung durch die 1863 erbaute Windmühle.

Geschichte der Steinhuder Windmühle

Ein Auszug aus dem Buch „Steinhude von 1300 bis 2000“ von Rudi Diersche:

Bockwindmühle 1897

Paulas Vorgänger: die Bockwindmühle 1897

1668 richtete der Rat des Fleckens Steinhude eine Eingabe an den Landesherrn. Sie wünschten eine eigene Mühle. Am 24. August 1670 bekamen sie dieses Privileg. Außer den Stadthäger Bürgern wurde nur den Steinhudern dieses Recht erteilt. 186 Einwohner schlossen sich zusammen und errichteten auf dem Kaninchenberg eine Bockwindmühle.

1691 machten die Steinhuder dem Grafen ein sensationelles Angebot. Sie boten ihm 1000 Taler für die Ablösung der jährlichen Steuer von 18 Talern. Der Graf nahm das Angebot an. Nun wurde die Mühle der Aufsicht des Amtes Hagenburg entzogen. Die Großenheidorner waren von nun an verpflichtet, ihr Korn in Steinhude mahlen zu lassen. Ferner lösten die Steinhuder auch gleich mit den 1000 Talern ihre Frondienste beim Amt Hagenburg ab.

Paula – eine neue Windmühle für Steinhude

Erdholländer Paula (Foto: Schulze)1911 wurde die Bockwindmühle in Steinhude durch Blitzschlag zerstört. 160 Steinhuder gründeten ein Mühlenkonsortium und kauften 1912 einen, 1863 von dem bedeutenden Mühlenbaumeister Theodor Burgdorff aus Hoheneggelsen erbauten, dreistöckigen Erdholländer aus Broitzem im Braunschweigischen. Maximal 70 Zentner Getreide konnten am Tag verarbeitet werden.

1948 kam der Müller und Mühlenbauer Hubert Pare nach Steinhude und machte durch den Einbau von Teilen der 1939 durch Sturm schwer beschädigten und stillgelegten und Ende der 40iger abgebrannten Windmühle in Großenheidorn und zwei Jalousieflügeln der Conradi-Mühle aus Sachsenhagen (1946?) die Steinhuder Windmühle wieder flott.

1962 verlor die Mühle bei einem Februarsturm große Teile der Kappe mit Flügeln und Windrose. Geld mußte her für die Instandsetzung. Das Interesse der Anteilseigner war jedoch gesunken, die meisten wollten die Reparatur nicht mitfinanzieren. So wurde der „Verein zur Erhaltung der Steinhuder Windmühle e.V.“ gegründet.

Im Februar 1963 beschloß man die Instandsetzung durch die Firma Huischen. Der Landkreis Schaumburg-Lippe, das Land und die Gemeinde Steinhude trugen die Finanzierung mit 33 000 Mark.

1964 konnte die Mühle mit neuem Jalousieflügelkreuz und neuer Windrose wieder in Betrieb genommen werden. Ende der Siebziger sorgten sich die rund 90 Mitglieder und ihr Vorsitzender erneut um den Erhalt der Mühle. Reparaturen am Windrad, am Zahnkranz im Kopf der Mühle waren gerade abgeschlossen und mit Mühe bezahlt, da versagte bei einem Sturm die Bremse, Kämme an der Flügelwelle gingen entzwei, und die Mühle drehte sich und konnte nur mit Mühe – Frau Pare und Nachbarn kamen dem Müller zu Hilfe – zum Stillstand gebracht werden. Wieder waren Reparaturen fällig.

1979 wurde, nach dem Tode des Müllers Pare, der Gewerbebetrieb eingestellt.

1992 erlitt die Mühle erneut schwere Sturmschäden. Ein Flügel brach, drei waren marode, die Kappe war durch Schäden am Drehkreuz aus der Bahn geschoben.

1993/94 wurden 60 000 Mark mit Hilfe des Landes, der Sparkassenstiftung, sowie dem Landkreis, der Klosterkammer Hannover und der Stadt aufgebracht. „Paula“ erhielt neue Flügel und ein größtenteils neues Mühlenhauben-Dach. In der Folge wurden Renovierungsarbeiten an Maschinen, Holzteilen und Fußböden durchgeführt.