Der bundesweite Tag des offenen Denkmals am 13. September lädt auch in der Meerregion dazu ein, spannende Baudenkmäler zu entdecken. In der Seeprovinz rund um das Steinhuder Meer öffnen zahlreiche Denkmale ihre Türen und laden zu einer besonderen Zeitreise ein.
Die Steinhuder Kastenmangel – Einblicke in längst Vergangenes
Unter dem bundesweiten Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ präsentiert sich in Steinhude die Kastenmangel, ein einmaliges Industriedenkmal.
Adresse: Am Knick 8, Steinhude
Programm: Größte betriebsbereite Anlage ihrer Art in Europa. Geöffnet 11–17 Uhr, halbstündige Vorführungen. Ausstellung „Vom Flachs zum Leinen“. Kindermaltisch, Kaffee, Kuchen.

Die Steinhuder Kastenmangel bietet am Tag des offenen Denkmals Führungen an. Bild: Manuela Bredthauer
Denkmale in der Meerregion

Das Kloster Mariensee öffnet am Denkmaltag seine Pforten – Foto: Faber
Auch in den anderen Gemeinden in der Steinhuder Meer-Region öffnen am Tag des Denkmals viele sehenswerte Gebäude:
- die Sigwardskirche Idensen lädt halbstündlich zu Führungen ein, um 17 Uhr findet ein Abschlusskonzert statt.
- in der Stiftskirche in Wunstorf werden Führungen, Orgelführungen und Turmbegehungen angeboten
- Kloster Mariensee, ab 14 Uhr ist die Stickwerkstatt geöffnet, der Gästebereich und Hausgarten sind exklusiv nur am Denkmaltag geöffnet, das Klostermuseum und das Kunstmuseum können von 15-17 Uhr besichtigt werden, kostenlose Führung um 15 Uhr mit Äbtissin Bärbel Görcke, im Klostergarten gibt es Picknickmöglichkeiten
- die Wassermühle Laderholz öffnet von 14 – 17 Uhr
Denkmaltag in Schaumburg
Die Schaumburger Landschaft organisiert jedes Jahr den Denkmaltag mit einem wechselnden örtlichen Schwerpunkt. 2026 werden über 20 Denkmale in Stadthagen und Umgebung vorgestellt.
Denkmaltag in Hannover
Und auch ein Ausflug nach Hannover lohnt, hier gibt es folgende Gebäude zu sehen, die sonst nur selten besichtigt werden können:
- Altes Jagdhaus vor der Seelhorst
- Bethlehemkirche
- Christuskirche
- Anzeiger-Hochhaus
- Bismarckschule
- Conti-Hochhaus
- Feuerwehrhaus Linden
- Hannover Congress Centrum
- Lokschuppen Ost
- Museum August Kestner
- Staatsoper Hannover
- Hinüberscher Garten
Eine deutschlandweite Karte mit allen Gebäuden finden Sie unter Tag-des-offenen-denkmals.de/.
Termine und Adressen
Bundesweiter Tag des offenen Denkmals
Der Tag des offenen Denkmals findet immer am zweiten Sonntag im September statt. Der 13. September 2026 steht unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur„.
Im Zentrum stehen diesmal historische Bauwerke, die als physische und soziale Knotenpunkte fungieren. Wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz betont, können „Denkmale Netzwerke sein, die uns Menschen in jeder Lebenslage verbinden und damit Gesellschaft möglich machen“. Das Motto rückt daher gezielt die oft unsichtbaren, aber unverzichtbaren Lebensadern unserer alltäglichen Infrastruktur in das öffentliche Bewusstsein.Dabei geht es um weit mehr als reine Ästhetik. Historische Brücken, Schiffe, Schulen oder Versorgungsanlagen sind funktionale Meilensteine, die seit Generationen den Austausch zwischen Menschen erst ermöglichen.
Es handelt sich um „historische Konstruktionen, die nicht nur ihren ideellen Zweck erfüllen, uns Identität und außergewöhnliche Ästhetik schenken, sondern teils auch aus praktischen Gründen gepflegt und erhalten werden sollten“. Diese Bauwerke werden am Aktionstag als lebendige Drehscheiben präsentiert, die gestern wie heute das Fundament unseres Alltags bilden.
Gleichzeitig lädt der Aktionstag dazu ein, diese Vernetzung auch auf menschlicher Ebene aktiv zu leben und den direkten Austausch zwischen Denkmaleigentümern, Fachleuten und der Öffentlichkeit zu intensivieren. Letztlich soll die Beschäftigung mit diesen historischen Strukturen vor allem dazu beitragen, „das Bewusstsein für die Relevanz dieser besonderen Denkmale und dem Denkmalschutz allgemein als gesamtgesellschaftliche Aufgabe weiter zu stärken“.
Der Aktionstag wird bundesweit koordiniert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Für den Tag des offenen Denkmals engagieren sich private Denkmaleigentümer, hauptund ehrenamtliche Denkmalpfleger ebenso wie Vereine.

Das Kloster Loccum am Steinhuder Meer
Der Denkmaltag ist der deutsche Beitrag zu den „European Heritage Days“. Diese Aktion geht zurück auf eine Idee des französischen Kulturministers Jack Lang, der 1984 erstmals in Frankreich Denkmale der Öffentlichkeit zugänglich machte. Schon ein Jahr später griffen einige Länder diese Idee auf, die in der Folge immer mehr Anhänger fand. 1991 wurden die European Heritage Days vom Europarat unter seiner Schirmherrschaft initiiert und neun Länder, darunter auch Deutschland, nahmen daran teil. Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag des offenen Denkmals in Deutschland. Der Grundgedanke der europaweiten Aktion ist, dass jährlich im September sonst nicht zugängliche Denkmale und historische Stätten kostenfrei für Besucher öffnen und besondere Veranstaltungen am Denkmaltag stattfinden. So möchten die European Heritage Days auf die Vielfalt des europäischen Kulturguts aufmerksam machen.