Im Naturschutzgebiet Meerbruchswiesen, westlich des Steinhuder Meeres gelegen, haben diese Woche die Bauarbeiten für das neueste Schutzprojekt der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) begonnen. Das Areal wird nun gezielt aufgewertet, um bedrohten Tierarten optimale Lebensbedingungen zu bieten.

Längere Wasserrückhaltung für gefährdete Arten

Kiebitz-Küken im Naturschutzgebiet Meerbruchswiesen

Zu den Zielarten der Maßnahme im Naturschutzgebiet Meerbruchswiesen
gehört der heute selten gewordene Kiebitz. Die Küken finden vor allem in
feuchten Wiesen ausreichend Nahrung. Foto: Thomas Brandt

Im Zentrum der Maßnahme steht eine rund 10 Hektar große Grünlandfläche. Diese wird mit einer Verwallung versehen, die es ermöglicht, das Wasser im Frühling deutlich länger im Gebiet zu halten. Parallel dazu heben Bagger vor Ort drei neue Kleingewässer aus, während zwei bereits bestehende Gewässer erweitert werden.

Das Hauptziel dabei ist, die Brutbedingungen für seltene und teils vom Aussterben bedrohte Wiesenbrüter im Naturpark spürbar zu verbessern. Vor allem Naturschutzzielarten wie Bekassine, Uferschnepfe, Kiebitz und Rotschenkel finden hier künftig verlässliche Lebensräume. Zudem profitieren weitere gefährdete Arten von der Vernässung:

  • Amphibien: Vor allem Moor- und Laubfrösche erhalten neue Fortpflanzungsstätten.
  • Fische: Seltene Arten wie der Schlammpeitzger finden erweiterte Rückzugsorte.
  • Klimaschutz: Die anhaltende Feuchtigkeit schützt den wertvollen Moorboden vor dem Austrocknen und verringert so aktiv schädliche CO2-Emissionen.

Fertigstellung noch im September

Die Arbeiten vor Ort schreiten zügig voran. „Die Baumaßnahme wird voraussichtlich noch im September abgeschlossen werden“, schätzt Thomas Brandt, wissenschaftlicher Leiter der ÖSSM.

Für Gäste und Naturbegeisterte bietet das Projekt einen weiteren Pluspunkt: Der neue Polder liegt unmittelbar am beliebten Steinhuder-Meer-Rundweg. Nach der Fertigstellung lässt sich die heimische Vogel- und Tierwelt dort hervorragend beobachten.
Finanziert wird die gesamte Maßnahme vom Land Niedersachsen im Rahmen der Vor-Ort-Betreuung von Schutzgebieten.