Naturpark Steinhuder Meer als „Nachhaltiges Reiseziel“ zertifiziert

Als erster Naturpark in Niedersachen erhält der Naturpark Steinhuder Meer das Qualitätssiegel „Nachhaltiges Reiseziel“. Geprüfte Infrastruktur, Tourismusinformationen und Betriebe im Naturpark werden zudem mit dem Zertifikat „Reisen für Alle“ ausgezeichnet.

Gleich zweimal ausgezeichnet

Tourismus-Verantwortliche und Partnerbetriebe feuen sich über die erfolgreiche Zertifizierung - Foto: Scheffen.deZusammen mit dem Tourismuspartner Steinhuder Meer Tourismus GmbH, unterstützt durch Schaumburger Land Tourismusmarketing e.V. und Mittelweser-Touristik GmbH, hatte sich der Naturpark vor einem Jahr dem doppelten Zertifizierungsverfahren gestellt. Am Mittwoch, 30.8.2017, wurden im Fischerstübchen in Mardorf die Urkunden an den Naturpark, die Touristik-Partner sowie an einzelne Betriebe im Naturparkgebiet übergeben.

Verantwortungsbewußter Umgang mit Mensch und Natur

Nach erfolgreicher Bewerbung für das Pilotprojekt begannen vor einem Jahr die Prüfungsprozesse. Die Zertifizierung erfolgte durch die Beratungs- und Zertifizierungsorganisation TourCert gGmbH aus Stuttgart. „Es ist für uns eine besondere Auszeichnung“, so Sonja Papenfuß, Leiterin des Fachbereichs Umwelt der Region Hannover, die die Urkunde für den Naturpark entgegennahm. “Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit waren in der Vergangenheit schon wichtige Themen im Naturpark, die wir sowohl im Leitbild als auch im Naturparkplan verankert haben. Das Qualitätssiegel ist nun eine Bestätigung unserer Arbeit.“

„Es war schon sportlich, das doppelte Zertifizierungsverfahren in einem Jahr durchzuführen“, erklärt Willi Rehbock, Geschäftsführer der Steinhuder Meer Tourismus GmbH, „aber nur so können wir uns gut für die Zukunft aufstellen. Bei der Wahl ihres Urlaubsziels achten immer mehr Touristen auf einen verantwortungsvollen Umgang mit vorhandenen Ressourcen und nicht nur Menschen mit Handicaps schätzen das „mehr“ an Service und Qualität.“

Barrierefreies Reiseziel und touristische Nachhaltigkeit

Olaf Boegner (Schaumburger Land Tourismus), Willi Rehbock (SMT), Sonja Papenfuß (Region Hannover, vlnr.) Foto: Region HannoverDer Ort der Veranstaltung, das Hotel und Restaurant Fischerstübchen, gehört zu den 20 Objekten, die im Rahmen von „Reisen für Alle“ geprüft wurden. Des Weiteren wurden neun Partnerbetriebe mit dem Zertifikat ausgezeichnet, die sich im Vorfeld auf Barrierefreiheit haben erheben und testen lassen: Die Umwelt-Jugendherberge Mardorf, die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer e.V., der Abenteuer- und Erlebnishof Borstel, der Biohof Peters, das Bickbeernhof Café Herse sowie der Obsthof Rieke haben es nun schriftlich, dass sie mit ihrem Engagement eine Vorreiterrolle einnehmen. Weitere Partnerbetriebe und Objekte sollen zukünftig folgen.
„Es freut mich, dass bereits so viele touristische Einrichtungen mit im Boot sind, aber ich hoffe, dass es noch mehr werden“, so Willi Rehbock. Olaf Boegner, Leiter Tourismusmarketing der Schaumburger Land Tourismusmarketing e.V. ergänzt: „Mit der Zertifizierung haben wir den ersten Schritt gemacht, jetzt geht es darum, weitere Leistungsträger zu überzeugen.“ So sieht es auch Sonja Papenfuß: „Wir möchten diese positive Entwicklung weiter intensiv vorantreiben und sind als Vorbildregion den Zielen der Nachhaltigkeit verpflichtet! Wir hoffen dabei auf eine breite Unterstützung aller Akteure im Naturpark.“

Drei Jahre lang kann die Destination Naturpark Steinhuder Meer das Nachhaltigkeitssiegel jetzt führen, dann erfolgt eine erneute Überprüfung. In der Zwischenzeit wird es darum gehen, die angestrebten Verbesserungen umzusetzen: das Netzwerk der Partnerbetriebe weiter auszubauen, ein neues Tourismuskonzept mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit aufzustellen, regionale Produkte zu stärken und weitere nachhaltige und barrierefreie Reiseangebote zu entwickeln. Ein Baustein kann zum Beispiel auch die Sensibilisierung und Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Informationsstellen für Menschen mit Behinderungen sein. Auch der Steinhuder Meer Rundweg und der Erlebnisweg Totes Moor zählen zu den Infrastruktureinrichtungen, die weiter zu mehr Barrierefreiheit hin ausgebaut werden sollen. Darüber hinaus wird ein Nachhaltigkeitsrat gegründet, mit wesentlichen Vertretern und Vertreterinnen aus dem Naturparkgebiet, die in ihrer Zusammensetzung die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und Soziales widerspiegeln. Der Nachhaltigkeitsrat diskutiert Fragen zur nachhaltigen Entwicklung der Destination und ist Multiplikator für den touristischen Nachhaltigkeitsprozess in der Naturparkregion.

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