Nach über einem Jahrzehnt Pause feierte der Inselmarathon auf dem Wilhelmstein im April 2026 seine erfolgreiche Neuauflage. Das legendäre Event am Steinhuder Meer knüpfte nahtlos an die Erfolge der Jahre 2012 und 2013 an und lockte zahlreiche Ausdauersportler auf die historische Festungsinsel. Bei hervorragenden Bedingungen wurden sportliche Höchstleistungen erzielt.

Inselmarathon kompakt
  • Einzigartiges Format: Deutschlands kleinster Inselmarathon findet auf der historischen Festungsinsel Wilhelmstein mitten im Steinhuder Meer statt.
  • Sportliche Herausforderung: Die Läufer absolvieren zahlreiche Runden auf dem begrenzten Terrain der Insel, was das Event zu einem besonderen Ausdauer-Erlebnis macht.
  • Exklusive Atmosphäre: Begrenzte Startplätze und die Anreise per Boot sorgen für ein außergewöhnliches Ambiente für Teilnehmer und Zuschauer.

Das Siegertreppchen: Robert Wyszka (Mitte), Jan Bruns (2.vl.)und Sven Pohle (rechts) mit den Veranstaltern Michael und Susanne Neumann - Foto: Michael Neumann

Das Siegertreppchen:
Robert Wyszka (Mitte), Jan Bruns (2.vl.)und Sven Pohle (rechts) mit den Veranstaltern Michael und Susanne Neumann – Foto: Michael Neumann

Schnellste Frau des Inselmarathons: Laura Niermeyer aus Kirchlengern

Schnellste Frau des Inselmarathons:
Laura Niermeyer aus Kirchlengern – Foto: Michael Neumann

Der diesjährige Lauf lieferte beeindruckende sportliche Leistungen und ein spannendes Finish an der Spitze. Bei den Herren sicherte sich Robert Wyszka (Jahrgang 1984) aus Hannover mit einer hervorragenden Zielzeit von 3:10:32 den ersten Platz. Ihm folgte Jan Bruns (Jahrgang 1991) aus Pollhagen, der die Strecke in 3:20:06 bewältigte und damit den zweiten Rang belegte. Den dritten Platz auf dem Podium sicherte sich Sven Pohle (Jahrgang 1978) aus Uetze. Auch bei den Frauen gab es eine herausragende Siegerin: Laura Niermeyer (Jahrgang 1991) aus Kirchlengern überquerte nach 3:49:09 als schnellste Läuferin die Ziellinie.

Titelfoto: Julia Schröpfer

Die Teilnehmer des Inselmarathons 2026 kurz vor dem Start - Foto: Michael Neumann

Die Teilnehmer des Inselmarathons 2026 kurz vor dem Start – Foto: Michael Neumann

Hintergrund: 120 Runden auf historischem Boden

Inselmarathon Wilhelmstein

Immer im Kreis: der Inselmarathon im Jahr 2012 – Foto: Andreas Menz

Viele werden sich an die Bilder von damals noch erinnern können: Läufer, die auf engstem Raum zwischen historischen Mauern und dem glitzernden Wasser des Steinhuder Meeres ihre Runden drehten. Wir hatten bereits zur Premiere 2012 und bei der Fortsetzung 2013 ausführlich berichtet, Spiegel.de kürte den Inselmarathon gar zu den zehn verrücktesten Marathonläufen der Welt. Nun, nach über zehn Jahren Pause, steht der Termin für das Revival fest: Am 25. April 2026 wird die Inselfestung wieder zur Laufstrecke.

Insel Wilhelmstein im Steinhuder Meer

Insel Wilhelmstein im Steinhuder Meer

Der Inselmarathon unterscheidet sich deutlich von klassischen Stadtläufen. Während große Marathons durch weite Strecken bestechen, setzt der Wilhelmstein auf extreme Komprimierung. Die Fakten für die geplante Neuauflage:

  • Die Strecke: Ein Rundkurs von ca. 351,9 Metern.
  • Die Distanz: Um die vollen 42,195 km zu absolvieren, müssen die Teilnehmer 120 Runden um die Festungsmauern drehen.
  • Das Feld: Die Teilnehmerzahl ist auf 60 Personen begrenzt.

Ein Treffpunkt für Extremläufer

Teilnehmer Inselmarathon 2012

Der Spaß steht beim Inselmarathon im Vordergrund

Was den Inselmarathon in der Vergangenheit besonders auszeichnete, war das bunte Teilnehmerfeld. Das Event zieht vor allem Läufer aus der Ultralauf- und Extremsportszene an – Menschen, für die ein normaler Marathon oft nur der Anfang ist. Diese Szene, die sonst bei 100-Kilometer-Läufen, nächtlichen Orientierungsläufen oder „Super-Marathons“ unterwegs ist, schätzt den Wilhelmstein für seinen skurrilen Charakter.

Ein Markenzeichen der vergangenen Jahre war dabei die Prise Humor: Viele Teilnehmer gingen verkleidet an den Start. Ob als Sträfling, in historischen Kostümen oder anderen kreativen Outfits – der Spaß an der Inszenierung gehört in dieser speziellen Community oft fest zum Programm, gerade wenn die Strecke mental so fordernd ist wie der 120-fache Rundkurs auf der Insel.

Ein Blick zurück

Start zum Inselmarathon 2013

Start zum Inselmarathon 2013

In unseren Berichten der ersten Jahre stand die „Verrücktheit“ des Konzepts im Fokus. Es ist kein Lauf für neue persönliche Bestzeiten, sondern einer für das Erlebnis und die Gemeinschaft innerhalb der Läuferszene. Die schmalen Pfade und die ständigen Kurven fordern die Konzentration, während die Kulisse der historischen Festung und die Überfahrt mit den traditionellen „Auswanderer“-Booten den maritimen Rahmen bilden. Als Siegertrophäe ist auch diesmal wieder ein echtes Schwergewicht vorgesehen: Eine historische Kanonenkugel.

Details zur Anmeldung

Interessierte Läufer können sich über die offizielle Seite anmelden. Die Anmeldegebühr beträgt 70 €.

Zuschauer und Besucher willkommen

Wer den Marathon nicht selbst bestreiten, aber die besondere Atmosphäre erleben möchte, ist auf der Insel herzlich willkommen. Die Inselfestung ist während des Laufs nicht exklusiv gesperrt, sodass reguläre Besucher das Spektakel aus nächster Nähe verfolgen können. Die kurzen Runden sorgen dafür, dass man die Läufer – und ihre kreativen Kostüme – fast ununterbrochen anfeuern kann. Die Anreise erfolgt wie gewohnt mit den Linienschiffen oder den „Auswanderern“ von Steinhude oder Mardorf aus.