Der Seeentwicklungsplan für das Steinhuder Meer nimmt Formen an. Eine jetzt vorliegende Grundlagenuntersuchung ist laut Pressemitteilung der Region Hannover die Basis für konkrete Schritte zur nachhaltigen Entwicklung von Niedersachsens größtem Binnengewässer.

Nächster Schritt: Erarbeitung eines Maßnahmenprogramms

Die Meerbruchwiesen - ein schützenswertes Naturrefugium. Bild: Tim Meuter

Die Meerbruchwiesen – ein schützenswertes Naturrefugium. Bild: Tim Meuter

Alles Wissenswerte zum Zustand des Steinhuder Meeres zusammenzutragen ist das Ziel für den Seeentwicklungsplan (Steinhude-am-Meer.de berichtete). Im letzten Jahr wurde dazu ein Gutachterbüro beauftragt, das jetzt einen umfassenden Bericht vorlegt. Er nimmt alle Rahmenbedingungen in den Blick, die den Wasserstand des Steinhuder Meers beeinflussen. Besonders betrachtet wurden dazu das Wasserstandsmanagement, die Nährstoffeinträge und die Auswirkungen des Klimawandels. Auch die Polderkapazitäten und die Systematik der Entschlammung wurden einbezogen.

„Das gesetzte Ziel, die Zusammenstellung, Auswertung und Defizitanalyse vorhandener Unterlagen und Empfehlungen zur Ermittlung von noch fehlendem Grundlagenwissen wurde erreicht“, zeigten sich Christine Karasch, Umweltdezernentin der Region Hannover und Conrad Ludewig, Dezernatsleiter der Domänenverwaltung, für die Auftraggeberseite zufrieden.

Schwerpunkte des schrittweisen Entwicklungsplans

Schützenswerte Region - Meerbruchwiesen am Steinhuder Meer. Bild Tim Meuter

Schützenswerte Region – Meerbruchwiesen am Steinhuder Meer. Bild Tim Meuter

Das Steinhuder Meer und die angrenzenden Meerbruchwiesen gehören zu den Feuchtgebieten internationaler Bedeutung. In ihrer Funktion für den Naturhaushalt und das Landschaftsbild sind diese besonders schützenwert. Dazu bereitet die Region im nächsten, zweiten Schritt die Vergabe der Natura 2000-Managementplanung vor. Hierzu zählen Untersuchungen zu Abdichtungsmaßnahmen in der Verwallung des Westufers, die Aufstellung einer mittleren Wasserbilanz sowie ein Konzept zur Ableitung des Dränwassers aus dem Toten Moor.

Zusammengefasst enthält die Managementplanung folgende Schwerpunkte:

  • Reduzierung der Schlammbildung, Entschlammungsstrategien, inkl. seeinterne Schlammumlagerung und des Umgangs mit dem Schlamm (Lagerung, Entsorgung, abfallrechtliche Behandlung)
  • Begrenzung der externen Nährstoffeinträge (vordringlich im Hinblick auf den Phosphor)
  • Wasserstandsmanagement (Steuerung, Wasserverluste durch Dämme, Planung der Fischaufstiegsanlage im Steinhuder Meerbach)
  • Umgang mit zu erwartenden Folgen des Klimawandels (meteorologisch, hydrologisch, auch im Hinblick auf Stoffeinträge)
  • Strategisch-planerische Verzahnung entsprechender Aktivitäten mit der Entwicklung der Schutzgebiete nach Naturschutzrecht

Als vierter und letzter Schritt folgt dann die Umsetzung der formulierten – auch baulichen – Maßnahmen. Hierfür sollen auch Fördermittel in Anspruch genommen werden. Die erforderlichen Planungsgrundlagen werden entsprechend erstellt.

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