Am 4. November fand im Schloss Landestrost in Neustadt am Rübenberge die 12. Steinhuder Meer Konferenz statt. Die Region Hannover lud gemeinsam mit dem Naturpark Infozentrum Steinhuder Meer Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Branchen und Interssierte zu einer Zusammenkunft mit besonderen thematischen Herausforderungen.

Ein Rückblick mit Aussicht auf Künftiges

Umweltdezernentin Christine Karasch mit einfühlsamen Worten. Bild: Manuela Bredthauer

Umweltdezernentin Christine Karasch mit einfühlsamen Worten. Bild: Manuela Bredthauer

Die diesjährige Konferenz wurde mit einer Begrüßung durch Matthias Apitz und einer anschließenden längeren Rede von Christine Karasch, Umweltdezernentin der Region Hannover, eingeleitet. Karasch, die dieses Jahr zum letzten Mal in bisheriger Position an der Konferenz teilnahm, warf einen Rückblick auf viereinhalb Jahre Geleistetes und betonte „wir haben viel geschafft!“ Dabei nannte sie viele Eckpunkte wie z.B.die umfangreiche Schutzgebietsverordnung der FFH, die mit viel Aufwand umgesetzt wurde. Und es stünden weiter prägnante Themen im Fokus wie Barrierefreiheit auf der Insel Wilhelmstein, die Entschlammung des Steinhuder Meeres oder das Ticketing vor Ort.

Sie verwies auf eine insgesamt gute Zusammenarbeit mit vielen Institutionen und Branchen, nicht zuletzt auf die mit dem Naturpark Infozentrum Steinhuder Meer, mit der in den vergangenen Jahren viel auf den Weg gebracht werden konnte. Ein gutes Miteinander sei als Daueraufgabe für künftige Projekte weiter zwingend erforderlich, ebenso wie bestimmte EU-Förderungen.

Statements, Meinungen, Anregungen

Kurz-Interviews v.l. Matthias Apitz, Wolfgang Fiedler, Thomas Beuster, Bernd Aue, Willi Rehbock,Dr. Conrad Ludewig, Philipp Westphal, Doreen Juffa. Bild: Manuela Bredthauer

Kurz-Interviews v.l. Matthias Apitz, Wolfgang Fiedler, Thomas Beuster, Bernd Aue, Willi Rehbock,Dr. Conrad Ludewig, Philipp Westphal, Doreen Juffa. Bild: Manuela Bredthauer

Dr. Konrad Ludewig vom Amt für regionale Landesentwicklung, liebevoll von Matthias Apitz als „See-Eigentümer“ bezeichnet, was dem einem oder anderen Publikumsgast ein Schmunzeln entlockte, lieferte einen Status zum Seeentwicklungsplan Steinhuder Meer. Er thematisierte Zuständigkeiten, Verhandlungsproblematiken, Überlegungen, Strategien und Aufgabenstellungen, Daten, Fakten und Gegebenheiten vor Ort und sagte, die Entschlammung und der hohe Phosphorgehalt des Meeres seien das größte Problem.

Im Rahmen von Kurz-Interviews beschäftigten sich im Anschluss Branchenvertreter aus Touristik, Naturschutz, Wassersport, Ökologischer Schutzstation, Naturpark Infozentrum und Umweltkommunikation mit der Frage „was ist eigentlich ein Steinhuder Meer-Kodex?“. Welche Werte beinhaltet ein solcher Kodex, welche Vorstellungen sind daran geknüpft und was sind die gemeinsamen Nutzungsinteressen? Hier war deutlich ein Gemeinschaftsgedanke spürbar und Offenheit für die unterschiedlichen Belange. „Kurz, knackig und machbar, sollte er sein“, resümierte hier Willi Rehbock von der Steinhuder Meer Tourismus GmbH.

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Wie vermittelt man den Steinhuder Meer Kodex?

Visualisierung: Petra Nitschke

Visualisierung: Petra Nitschke

Wie vermittelt man den Steinhuder Meer Kodex zum Erhalt des Steinhuder Meeres? Was sind die Inhalte, welche Maßnahmen sind nötig und wie wird er kommuniziert – dies waren die anschließenden Fragestellungen, mit denen sich alle Anwesenden, aufgeteilt in Gruppen, beschäftigten.

Einig waren sich alle in der Wichtigkeit zum Erhalt des Steinhuder Meeres. Und, dass Zusammenhalt, Kommunikation und Austausch vor Ort eine wichtige Grundlage bilden. Gästen von außerhalb soll ein neues Bild vermittelt werden – wer am Steinhuder Meer Urlaub macht, macht zeitgleich auch Urlaub in einem Naturpark. Und damit sind andere Voraussetzungen verbunden als beim reinen Strandurlaub. Stichworte wie Sensibilisierung nach außen, Ansprechstellen bilden, Vorstelltouren, Umweltfrühbildung, Gästeinformationen, gelebte Wertschätzung und Kontrollen wurden hier im Detail dargestellt und abgeschlossen mit dem Hinweis „jeder Akteur ist ein Multiplikator“!

Essbare Rastplätze

Doreen Juffa vom Naturpark Infozentrum mit abschließenden Worten. Bild: Manuela Bredthauer

Doreen Juffa vom Naturpark Infozentrum mit abschließenden Worten. Bild: Manuela Bredthauer

Im öffentlichen Teil der Konferenz, der ab 14 Uhr per Livestream verfolgt werden konnte, wurden dann die Ergebnisse der Gruppenarbeiten zusammengetragen und vorgestellt. Danach lieferte Dorreen Juffa vom Naturpark Infozentrum einen abschließenden Ausblick auf Projekte des Naturparks vor Ort und verwies auf ein sehr gut funktionierendes Naturpark-Team. Dieses konnte inzwischen sogar um zwei Naturpark-Ranger ergänzt werden konnte, die im Laufe ihrer Arbeit bereits über 100 illegale Wasserentnahmen am Steinhuder Meer feststellten! Eine Farce, angesichts der mehr als deutlich sichtbaren Wasserknappheit.

Mit interessanten Planungen sollen naturnahe Projekte am Steinhuder Meer weiter umgesetzt werden. So soll es in naher Zukunft beispielsweise „essbare“ Rastplätze geben. Diese sind so konzipiert, dass dort essbare Pflanzen angesiedelt werden, die für alle frei zugänglich und zum Verzehr vorgesehen sind.

Das Ende der Veranstaltung bildete dann der Film „Meerbruchwiesen“ der Naturfilmprofis Svenja und Ralph Schieke. Ein Jahr lang haben sie spektakuläre Tieraufnahmen in einer sehenswerten Dokumentation zusammen getragen. Ein MUSS für alle Tier- und Naturfreunde.

Video der Steinhuder Meer Konferenz

Der öffentliche Teil der Veranstaltung begann um 14 Uhr und wurde live bei YouTube übertragen. Die Aufzeichnung ist nachträglich unter https://youtu.be/w4Rfmt3o5rw abrufbar.

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