Fischer- und Webermuseum Steinhude

Fischer- und Webermuseum Steinhude
Eine besondere Sehenswürdigkeit und touristische Attraktion ist das Fischer- u. Webermuseum im Neuen Winkel 8. Das Museum wurde 1989 vom Förderverein Heimatmuseum Steinhuder Meer e.V. eröffnet und ist den beiden ursprünglichen Berufszweigen gewidmet, von denen sich die Steinhuder früher überwiegend ernährten.

Das Fischer- und Webermuseum

In dem 1850 gebautem Haus, das bis 1984 bewohnt wurde, erwartet den Besucher eine Raumaufteilung, die mit dem Innenraum und dem Innenhof mit den Ställen der ursprünglichen Bauzeit entspricht. Das ursprüngliche Mobiliar des Hauses konnte zum großen Teil übernommen werden. Es dokumentiert somit die Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse einer typischen Steinhuder Familie in den letzten 100 Jahren.

Die Einrichtung des Hauses lässt gut erkennen, dass hier sowohl Fischerei und Weberei als auch bäuerliches Wirtschaften und Wohnen unter einem Dach vereint waren. Im Museum sind die Arbeitsgeräte der Fischer wie selbstgefertigte Reusen, Hecht- und Karpfenstecher, Räucherofen und ein typischer Steinhuder Torfkahn ausgestellt. Die Torfkähne waren durch ihren flachen Boden und den nach innen gezogenen Seitenwänden im flachen Steinhuder Meer zum Fischen und zum Torftransport ideal geeignet. Zahlreiche Fotos und gut erhaltene Dokumente informieren über die Geschichte der Fischerei.

 

Das Hemd ohne Naht und mehr

In der "Großen Stube" des Museums wird die Steinhuder Weberei durch Ausstellungstücke aus drei Jahrhunderten repräsentiert. Neben einem ca. 250 Jahre altem funktionstüchtigen (!) Webstuhl befindet sich hier das wohl berühmteste Ausstellungsstück, das "Hemd ohne Naht". Dieses Meisterstück wurde 1730 von einem Steinhuder Leinenweber in einem Stück gewebt.

Das Fischer- und Webermuseum legt großen Wert auf Lebendigkeit. "Unter diesen Dächern, leben, arbeiten und wohnen, altes Handwerk und Kultur im Steinhude vergangener Jahrhunderte.", verspricht der Eingang des Fischer- und Webermuseums. Den Besucher werden Dinge in ihrer ursprünglichen Funktion gezeigt, die er auch anfassen und benutzen darf. Er soll das Leben, Arbeiten und Wohnen, altes Handwerk und Kultur im Steinhude vergangener Jahrhunderte nacherleben können. Neben der Dauerausstellung im Museum werden von April bis Dezember fast monatlich Aktionstage durchgeführt. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um Schauvorführungen, an denen Besucher aller Altersgruppen teilnehmen können.

Öffnungszeiten (ohne Gewähr): März, April und November an Wochenenden und Feiertagen von Mai bis Oktober am Dienstag bis Sonntag, jeweils von 13 bis 17 Uhr
Kontakt: 05033-5599 oder über die Tourist-Info Steinhude Tel. 05033-9501-0.

 

Das Fischer- und Webermuseum in Steinhude wurde 1989 vom Förderverein Heimatmuseum Steinhuder Meer e.V. in dem 1850 für Christian Bühmann gebautem Haus, im Neuen Winkel 8, das bis 1984 noch von den Nachkommen bewohnt wurde, eröffnet. In der Raumaufteilung - Diele, Gute Stube, Küche, Wohn- und Arbeitsstube, Schlafraum, Vorratskammer und Innenhof mit den Ställen, entspricht weitgehend der Bauzeit. Von anderen Museen in Niedersachsen unterscheidet es sich in einem wesentlichen Punkt, nämlich, das ursprüngliche Mobiliar der Hauses konnte zum großen Teil übernommen werden. Es dokumentiert somit die Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse einer typischen Steinhuder Familie in den letzten 100 Jahren ohne künstlich inszenieren zu müssen. Die Einrichtung des Hauses läßt gut erkennen, daß hier sowohl Fischerei und Weberei als auch bäuerliches Wirtschaften und Wohnen unter einem Dach vereint waren. Das Museum besticht nicht mehr durch kostbare Exponate, die unerreichbar hinter Vitrinen stehen, das meiste kann noch benutzt werden und wird auch benutzt, so daß es nicht nur anschaulich, sondern erfaßbar ist.

 

Ein Handwebstuhl aus dem Jahre 1750, also etwa Bühmanns Zeit, steht heute in der großen Stube des Museums. Die Familie Bühmann lebte früher neben der Landwirtschaft von der Leinenweberei und dem Fischfang.

 

Die meisten Steinhuder lebten vor Jahrhunderten vom Fischfang und der Weberei, weil der Boden sich schlecht für die Landwirtschaft eignete. Zeitweise hatten die Steinhuder das alleinige Fangrecht für das Meer, das schon damals Norddeutschlands größter Binnensee war. Fischerei und Weberei waren jahrhundertelang die wichtigsten Erwerbszweige in Steinhude. Anhand der im Museum ausgestellten Fischereigerätschaften können die Besucher traditionelle Fangtechniken und -hilfen wie Aalreusen, Netzreusen, Hecht- und Karpfenstecher, Räucherofen, den Torfkahn und den Einbaum sehen. Über die Geschichte der Fischerei auf dem Steinhuder Meer informieren alte Dokumente und Fotos. Die Steinhuder Weberei ist repräsentiert durch Webkostbarkeiten aus drei Jahrhunderten - das Hemd ohne Naht, Damasttischzeug mit eingewebten Motiven vom Wilhelmstein, Blumen, Tieren und Szenen aus dem Arbeitsleben. Zur Selbstversorgung betrieben die Steinhuder Landwirtschaft, was aus den ausgestellten Gerätschaften zur Feld- und Wiesenbearbeitung, Tierhaltung und Hausschlachtung zu erkennen ist. Im Museum befindet sich auch eine komplete Schusterwerkstatt aus der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts.

 

Das Museum im Haus Nr. 59, Neuer Winkel 8

Der Begriff "Museum" steht ja normalerweise für Sammeln, Bewahren, Konservieren und Präsentieren. Das Fischer- und Webermuseum ist einen Schritt weitergegangen und sieht sich als kultureller Dienstleistungsbetrieb, wobei die Leistungen vorrangig im Dienste des Besuchers stehen. Etwas ist sehr auffällig im Museum. Texte und Erläuterungen drängen sich nicht in den Vordergrund, sondern begleiten das Inventar und es fehlt die obligatorische Kordel, an der das Schild mit der Aufschrift hängt "Kein Zutritt" oder "Bitte nicht berühren". Dieser offene Museumscharakter schafft Respekt vor den historischen Exponaten. Je mehr Einbeziehung des Besuchers, je mehr Offenheit, je klarer die Ansprache an den Besucher, um so wohler fühlt er sich. Das Museum bereitet Vergnügen und trotzdem kommt es seiner Aufgabe nach, Kenntnisse in didaktisch ansprechender Form zu vermitteln. Wechselausstellungen und Aktionstage bilden den publikumswirksamsten und daher relevantesten Bestandteil der Museumsarbeit. Große Bedeutung kommt auch der Öffentlichkeitsarbeit und der Museumspädagogik zu, und zwar sowohl dem Angebot für Erwachsene wie auch dem der Kinder. Das Fischer- und Webermuseum ist in einem Haus untergebracht, das 1850 von M..D. Döpke für Christian Bühmann gebaut wurde. In seiner Raumaufteilung entspricht es noch weitgehend der Bauzeit. ImJahr zuvor hatte ein Feuer alle Häuser dieser Straße, damals „Ostenwinkel“ genannt , bis auf ein einziges niedergebrannt. Auf dieses Feuer bezieht sich die Balkeninschrift gegenüber am Haus Neuer Winkel 11: „Wir haben nicht gebaut aus Lust und Pracht, sondern die Feuersgluth hat uns dazu gebracht.“ Andas Haupthaus wurden Anfang dieses Jahrhunderts der Stall, eine Remise und ein Spieker angebaut. Die heutigen Nachkommen überließen dem Förderverein Haus und Möbel, wie es von ihren Vorfahrenbewohnt wurde. Es dokumentiertein Stück ihrer Lebensgeschichte in den letzten 100 Jahren. Somit ergab sich die einmalige Chance, Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse anhand einer Steinhuder Familie darzustellen ohne etwas künstlich inszenieren zu müssen. In der Familie Bühmann haben Leinenweber und Fischer ihr Gewerbe neben der Landwirtschaft ausgeübt. Die Einrichtung des Hauses läßt gut erkennen, daß hier gewerbliches und bäuerliches Wirtschaften und Wohnen noch nicht getrennt, sondern unter einem Dach vereint waren. Durch eine breite Eingangstür tritt man in die Diele des Hauses, die groß genug für einen mit Heu beladenen Leiterwagen war. Das Heu wurde von hier direkt auf den Heuboden gestakt. Heute ist die Diele ein relativ frei verfügbarer großer Raum. Hier werden ergänzende Informationen zum Handweben und Färben gegeben. Auch über die Aussteuer und Kleidung der Steinhuder erhält der Besucher hier einen guten Überblick. An der Decke hängen wie in alten Zeiten die Würste zum Aufbewahren. In der Guten Stube wird ein Stück des Sonntagslebens der Familie Bühmann gezeigt. Früher wurde der Raum nur zu Repräsentationszwecken genutzt. . Man findet hier gut erhaltene Möbel aus dem späten 19. Jahrhundert, die vor allem durch Erbschaften und Aussteuer in die Familie kamen und daher keinen einheitlichen Stil aufweisen. Daneben findet sich hier die Familiengeschichte, wie sie sich nach außen hin präsentiert, nämlich in Familienbildern und Erinnerungsstücken wie Sammeltassen und anderes Porzellan. Die Küche ist der Raum in dem die alltäglichen Gegenstände zur Essensbereitung und zur Befeuerung des Herdes überwiegen. Den Mittelpunkt bilden die Wasserpumpe, auch Zucke genannt, und der Herd, der mit Brennholz und Torf aus der nebenstehenden Kiste beheizt wurde. Bei den ausgestelltenKüchengerätenwird nicht versucht eine Entwicklungsreihe darzustellen oder gar auf historische Zugehörigkeit geachtet denn stimmig ist die Einrichtung nur, wenn alle notwendigen Geräte des Kücheninventars existieren, egal aus welcher Zeit sie sind. Zur Ergänzung werden sogar Geräte aus der Nachkriegszeit benutzt. DieGroße Stube, ist der eigentliche Wohn- und Aufenthaltsraum. Hier wird vermittelt, daß Wohn- und Arbeitsbereich ineinander gegriffen haben. Das Sofa, der Eß- und Arbeitstischund der Schrank gegenüber dem Handwebstuhl aus dem 18. Jahrhundert sind Beispiel dafür. Im hinteren Teil des Raumes, oberhalb des Handwebstuhls, ist die Decke erhöhte, früher hatte dort ein Webstuhl mit Jacquard - Aufsatz bequem Platz hatte. An den Wänden hängen Fotos, Bilder und Tafeln, die sich mit der Handweberei beschäftigen. Der Raum unterliegt heute einer Mischkonzeption. Zum einen wird er als historischer Wohn- und Arbeitsraum gezeigt. Zum anderen haben hier in einer Vitrine Zunftgegenständesowie das „Hemd ohne Naht“ aus dem 18. Jahrhundertihren Platz gefunden. Früher strickten und flickten auch die Fischer dieses Hauses ihre Netze und Reusen in der „Großen Stube“. Jeden Sonntag wurde bis etwa 1932 der Lehmboden dieses Raumes mit weißem, nassem Sand ausgestreut, ein Zeichen der Reinlichkeit. In der Spinnstubewird das Spinnen von Flachsfaser im häuslichen Rahmen dargestellt. Hier stehen mehrere funktionstüchtige Spinnräder mit Wocken und Haspel, die früher ja zu jedem Haushaltgehörten. Für ein Mädchen zählte das Spinnrad zum Wichtigsten in der Aussteuer. Im Schrank und in der Truhe sind Steinhuder handgewebte Leinentextilien wie: Bettwäsche, Handtücher und Hemden ausgelegt. Auf der Kommodeliegen gekämmte und versponnene Schafwolle sowie Strickzeug, die andeuten, das neben der Flachsfaser auch Schafwolle verarbeitet wurde. Die Schlafkammer ist die letzte erhaltene im Haus. Das Bett, ein „Anderthalb Schläfer“ mit Leinenbettzeug und der Waschtisch mit Waschgeschirr stammen aus der Zeit um 1910. Unter dem Bett abgestellte Schuhe und kleine Toilettenartikel sowie Bilder und Konfirmations-urkunden verstärken den lebendigen Charakter dieser Kammer. Die oberen Räume im Haupthaus, ehemals Schlafkammern und Speicherräume, zeigen als Ausstellungsräume eine Vorratskammer und eine Schusterwerkstatt. Die Vorratskammer überzeugtvon der Lage dort sehr, da die Steinhuder ihre Häuser wegen des hohen Grundwasserspiegels nicht unterkellerten.

 

Bilder und Text: Andreas Menz

 

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