Milchstraßenfotografie über dem Steinhuder Meer

Milchstraßenfotografie über dem Steinhuder Meer
Auf der Foto-Plattform Instagram fiel uns das atemberaubende Foto von Sebastian Geppert auf: es zeigt den Sternenhimmel über dem Steinhuder Meer. Der 23jährige Elektrotechnikstudent aus Hannover hat uns erzählt, wie es zu dieser Aufnahme kam und was man bei der Astrofotografie beachten muss.

 

Fotograf Sebastian Geppert über die Entstehung seines Milchstraßen-Fotos:

Eigentlich war es schon ganz lang das Ziel einmal die Milchstraße mit meiner Kamera abzulichten. Wirklich dazu kam ich dann allerdings erst am 07. August diesen Jahres. In diesem Beitrag möchte ich ein bisschen zur Story hinter dem Bild erzählen, aber auch Tipps & Tricks zur Milchstraßenfotografie verraten.

 

Die Milchstraße über dem Steinhuder Meer - Foto: Sebastian Geppert

 

Gute Vorbereitung für das beste Foto

Wer die Milchstraße fotografieren möchte geht nicht einfach mal am Abend raus, stellt die Kamera auf ein Stativ und fängt dann an zu fotografieren - nein, es gehört viel mehr dazu, vor allem Planung! Viele Faktoren müssen berücksichtigt werden, damit am Ende so ein Bild entsteht. Am besten klappt es natürlich, wenn es um einen herum stockfinster ist. Das ist der Fall, wenn die Lichtverschmutzung durch Städte, Dörfer, etc. möglichst gering und zusätzlich Neumond ist. Um Neumond handelt es sich, wenn dieser gerade nicht mehr zu sehen ist. Informationen zur Lichtverschmutzung oder den Mondphasen kann man speziellen Apps oder Seiten im Internet zur Astrofotografie entnehmen.

Das Steinhuder Meer liegt in einem Bereich, an dem die Lichtverschmutzung nicht mehr ganz so stark ist. Die Bilder zeigen aber, dass das nahgelegene Hannover doch sehr hell leuchtet. Gerade auch durch die Wolken und die dadurch bedingte Reflexion des Lichtes wurde dieser Effekt während der Aufnahme verstärkt. Die Bedingungen waren also durch die Bewölkung und die damit verstärkten Lichteinflüsse nicht gerade ideal.

 

Das Steinhuder Meer bei Nacht und Sternenhimmel - Foto: Sebastian Geppert

 

Wolken am Himmel

Bereits 1 bis 1 1/2 Monate vorher begann die Planung. Da es das erste Mal war, dass ich eine solche Aufnahme machen sollte, musste sich erst einmal Hintergrundwissen angeeignet und angewendet werden. Das erste Ziel war es einen geeigneten Termin und Ort zu finden. Wichtigster Faktor war hierbei, dass Neumond ist und die Lichtverschmutzung sehr gering. Zunächst war geplant am 04. August Aufnahmen der Milchstraße zu machen. Leider spielte das Wetter an diesem Tag überhaupt nicht mit. Der Himmel war bereits tagsüber komplett bewölkt und auch der Wetterbericht zeigte keine Besserung für den Abend. Somit musste der Termin verschoben werden und zwar auf den darauffolgenden Sonntag. 

 

Steinhuder Meer bei Nacht

So sollte es dann auch sein. Mit meinem Fotografenkollegen ging es gegen 22 Uhr in Hannover los. Laut Wetterbericht sollte es auch nur wenige Wolken geben. Leider war Petrus nicht so ganz auf unserer Seite. Als wir am Steinhuder Meer ankamen, begrüßte uns der von Hannover strahlende, bewölkte Himmel. Windig war es leider auch nicht, sodass es auch nicht so schien, als würde der Himmel noch einmal aufreißen. Um nicht mit komplett leeren Händen nach Hause zu fahren, beschlossen wir wenigstens ein paar Bilder vom Steinhuder Meer bei Nacht zu machen. Hell genug war es ja - danke Hannover :) Da die Milchstraße auch erst gegen 0 Uhr zu sehen sein sollte (laut App Sun Surveyor), musste so oder so ein wenig Zeit nach der Ankunft überbrückt werden. 

 

Die Milchstraße über dem Steinhuder Meer

Nachdem wir nach gut 40 Minuten bewölkten Himmel schon fast die Hoffnung aufgegeben hatten, klarte der Himmel dann plötzlich doch noch zu unserem Glück auf. Wir nutzen die Gelegenheit sofort und richteten unsere Kameras auf die nun freigewordene Stelle des Himmels. Selbst mit bloßen Auge konnte man die Konturen der Milchstraße erkennen. Ein für mich nie dagewesener Anblick, den ich so schnell auch nicht vergessen werde. Es gab sogar eine Sternschnuppe zu sehen. 

 

Astrofotografie - so gelingen Fotos vom Sternenhimmel

Um diesen Moment für die Zukunft festzuhalten, war es natürlich wichtig die Kamera richtig einzustellen. Grundsätzlich eignen sich für die Astrofotografie lichtstarke Objektive mit einer offenen Blende, um möglichst viel Licht in kurzer Zeit einfangen zu können. Eine kurze Brennweite (in meinem Fall 8mm Fisheye) eignet sich besonders gut, da die Belichtungszeit hier etwas länger sein kann, bevor sich die Sterne auf den Bildern zu bewegen scheinen. Dieser Effekt ist allerdings durch die Erdrotation bedingt.

Da ausführliche Informationen den Rahmen an dieser Stelle sprengen würden, möchte ich nur noch auf die verwendeten Einstellungen und die verwendete Hardware eingehen. Die Bilder wurden im RAW-Format mit meiner Sony Alpha 6000 von einem Stativ aus mit einem Samyang 8 mm UMC Fisheye-II (offenste Blende 2.8) aufgenommen. Der Fisheye-Effekt wurde anschließend durch die nachträgliche Bildbearbeitung entfernt.
Im manuellen Modus verwendete ich die folgenden Einstellungen: ISO-Empfindlichkeit des Sensors 1600, Belichtungszeit von ca. 30 Sekunden, Blende 2.8.

Wer denkt, dass so ein Bild einfach mal so geknipst werden kann, der irrt sich. Man benötigt ein gewisses Know-How und muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Wir hatten an diesem Tag Glück, dass wir trotz der suboptimalen Bedingungen solch schöne Bilder der Milchstraße machen konnten. Es ist zwar noch Potential nach oben da, aber ich bin sehr froh, dass es für den ersten Versuch der Milchstraßenfotografie so gut geklappt hat.
Für mehr Bilder von mir schaut doch gerne auf meinen Seiten bei Facebook und Instagram nach:

www.facebook.com/geppigraphy

www.instagram.com/geppigraphy 

Copyright Fotos & Text: Sebastian Geppert 

 

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