Hydrocopter - außergewöhnliches Rettungsgefährt gut bedacht

Hydrocopter - außergewöhnliches Rettungsgefährt gut bedacht
Nach langer Planung sowie nachträglicher Genehmigung eines Bauantrages wurde am 7. August 2016 das neue Wetterschutzdach für das ehemalige Rettungsfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Steinhude, dem ausgedienten Hydrocopter, offiziell auf der Insel Wilhelmstein eingeweiht.
 

Offizielle Einweihung

Ortsbrandmeister der Feuerwehr Steinhude Ralph Nellesen weihte das Schutzdach des Hydrocopters einDer Ortsbrandmeister und 1. Vorsitzender des Fördervereins der Feuerwehr Steinhude Ralph Nellesen hatte zahlreiche Gäste eingeladen. Der Bürgermeister von Wunstorf, Rolf-Axel Eberhardt, der Steinhuder Ortsbürgermeister Wilhelm Bredthauer und der Inselvogt Michael Zobel nahmen Stellung zu dieser gelungenen Aktion.

 

Ralph Nellesen, Heiner Buhre, Klaus Menßen, Inselvogt Michael Zobel, Steinhuder Ortsbürgermeister Wilhelm Bredthauer, Wunstorfer Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt (v.l) bei der Einweihungsfeier

 

Der Bau des Wetterschutzdaches wurde von der Steinhuder Fa. Buhre zum Selbstkostenpreis durchgeführt und wurde komplett von Spenden finanziert.
Der Steinhuder Klaus Menßen sorgte in Kooperation mit dem Inselvogt Michael Zobel und der Freiwilligen Feuerwehr Steinhude dafür, dass das Rettungsfahrzeug, nicht auf der Schrotthalde landete sondern auf der Insel Wilhelmstein seinen festen Platz als Ausstellungsstück bekam, das nun gut bedacht ist.

Ein Rückblick: 

 

Außergewöhnliches Fahrzeug sorgt für Sicherheit auf dem Eis

Der Hydrocopter der Feuerwehr Steinhude kurz vor dem Unglück 2009 - Foto: Susanne Meuter

Regelmäßig müssen die Feuerwehrleute aus Steinhude im Winter auf den zugefrorenen See um Menschen zu retten: Knochenbrüche beim Eisspaziergang, verunfallte Eissegler oder Schlittschuhläufer, die ins Eis einbrechen. Seit 1972 nutzt die Feuerwehr Steinhude für die Rettung auf dem Eis einen Hydrocopter. Das außergewöhnliche Fahrzeug, ein Kunststoffschlitten, der dank eines Flugzeugpropellers sowohl auf dem Eis wie auch auf dem Wasser fahren kann und somit im Falle eines Einbruchs ins Eis weiterhin einsatzfähig ist, war zunächst bis 1996 im Einsatz. Nach einem Getriebeschaden fiel es aus und konnte nicht wieder repariert werden.

 

Hydrocopter aus der Antarktis

Der Hydrocopter beim Einsatz in der Antarktis - Foto: Klaus MenßenErst 1999 konnte nach langer Diskussion über die Eisrettung ein neuer Hydrocopter angeschafft werden. Der Steinhuder Klaus Menßen nutzte seine Kontakte und konnte den Erwerb eines Hydrocopters, der vom Forschungsschiff "Polarstern" in der Antarktis eingesetzt worden war, in die Wege leiten.
Menßen hatte 1979  an der ersten deutschen Antarktisexpedition teilgenommen. Der Wasserschutzpolizist auf dem Steinhuder Meer hatte als Pilot bereits weitreichende Erfahrungen mit dem Einsatz eines Hydrocopters gemacht, die dem Expeditionsteam im ewigen Eis damals nützlich erschienen. So konnte Menßen den Hydrocopter unter härtesten antarktischen Einsatzbedingungen testen und Jahre später dafür sorgen, dass wieder ein Eisrettungsfahrzeug auf dem Meer gab. Mit den Einsatzkräften der Feuerwehr rettete der Hydrocopter 46 Menschenleben in seinen Einsätzen von 1999 – 2009.

 

 

Unfall sorgt für Totalschaden

Fast zehn Jahre versah der Hydrocopter seinen Dienst auf dem Eis des Steinhuder Meeres. Am 1. Februar 2009 kam es dann zu einem Unglück. Die Feuerwehr rückte zu einem Einsatz aus, bei dem einem verunglückten Eissegler geholfen werden sollte. Der hatte sich bis zur Ankunft der Retter aber bereits selbst helfen können. Auf dem Rückweg vom Einsatz brach der Hydrocopter plötzlich seitlich ins Eis ein. Er kippte um und versank innerhalb weniger Minuten. Die beiden Feuerwehrleute konnten sich selbst retten. Allerdings erlitt der Hydrocopter einen Totalschaden.

 

Luftkissenboot ersetzt Hydrocopter auf dem Eis

2010 wurde der Feuerwehr ein neues Luftkissenboot zur Eisrettung übergeben

Die Feuerwehr Steinhude konnte 2010 dann ein neues Rettungsfahrzeug anschaffen. Man wechselte vom relativ schwer zu manövrierenden Hydrocopter auf ein modernes und wendiges Luftkissenboot.

Wiederum war es dem Einsatz von Klaus Menßen zu verdanken, dass der alte Hydrocopter nicht aus Steinhude verschwand. Menßen fand in Inselvogt Michael Zobel einen Mitstreiter. Dieser hatte die Tücken des Eises bereits mehrfach selbst erlebt, war er doch im Winter auf der Insel Wilhelmstein öfter einmal vom Eis eingeschlossen, der Hydrocopter blieb dann manchmal die einizge Versorgungsmöglichkeit auf dem Eiland. Zobel richtete für das Fahrzeug einen Platz auf der Insel her und Feuerwehrleute reparierten den sichtbaren Schaden am Rumpf, so dass das Feuerwehrfahrzeug ausgestellt werden konnte. Im September 2009 trat es seine letzte Fahrt zur Insel an, diesmal allerdings auf dem Rücken eines Transportbootes. 

 

Witterungsschutz fertiggestellt

Fünf Jahre später, macht sich Klaus Menßen allerdings Sorgen um den Zustand des Austellungsstückes. "Die Witterung hat dem Fahrzeug schwer zugesetzt. Wenn es weiterhin schutzlos dem Wetter ausgesetzt wird, sieht es schlecht aus für den Hydrocopter", so Klaus Menßen im Herbst 2014. Auf seine Initiative wurde ein Schutzdach für das Rettungsfahrzeug gebaut. Zahlreiche Spender folgten dem Aufruf u.a. auf Steinhude-amMeer.de und sorgten dafür, dass das außergewöhnliche Gefährt noch lange erhalten bleibt.


 

Der Hydrocopter aus dem Wilhelmstein hat dank zahlreicher Spender ein neues Dach bekommen

 

Hintergrund: Ein Polizist entdeckt die Antarktis

Klaus Menßen: Ein Polizist entdeckt die Antarktis

Über seine Antarktisexpedition hat der Steinhuder Klaus Menßen ein Buch geschrieben. In "Ein Polizist entdeckt die Antarktis" schreibt der Autor seine Erinnerungen an die erste deutsche Expedition ins ewige Eis. Ein lesenswertes Abenteuer-Reisebuch mit vielen Hintergrundinfos und Fotos.
Das Buch ist im Eigenverlag erschienen und für 15 € direkt bei Klaus Menßen erhältlich.
 

 

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